Turmbergrennen 2011
Drei Jahre ist es her, meine letzte Teilnahme an einem Turmbergrennen. Das ist in erster Linie ein Bergsprint auf den Hausberg hier in Karlsruhe, der auch die erste nennenswerte Erhebung vor meiner Haustür darstellt. In zweiter Linie handelt es sich dabei um eine recht familiäre Veranstaltung des örtlichen Vereins Soffie e.V.. Die Teilnehmerzahlen liegen meist so um die ~150 Teilnehmer, mal mehr, mal weniger. Nach der Velothon-Teilnahme mit ~12.000 Startern, auch wieder ganz schön bei so einer Veranstaltung zu starten.
Bei meiner ersten Teilnahme war meine Radkarriere noch jung und es stellte auch meine erste Radveranstaltung überhaupt dar. Da sich die Anfahrt mit dem Rad in 15 Minuten erledigt hat und die Startgebühr mit nem 10er beglichen ist, ist es eigentlich selbstverständlich einmal im Jahr am Limit und unter Zeitnahme auf den Berg zu sprinten, den man über’s Jahr unzählige male ins Training einbaut und dadurch auch entsprechend gut kennt.
2009 war ich kurz nach der Teilnahme am Velothon Berlin leider krank und konnte trotz Anmeldung nicht starten, letztes Jahr fiel das Rennen aus, so dass es am letzten Samstag endlich mal wieder die Gelegenheit zu einer Standortbestimmung war. Gewohnt locker reihten sich die Teilnehmer an den zwei Biertischen am Fuß des Turmbergs auf, von wo es auf die Strecke ging. Auch dieses mal waren wieder einige Singlespeed-Fahrer am Start, eine Klientel die ich bei solchen Veranstaltungen immer besonders bewundere. Im 15 Sekunden-Abstand ging es auf die Stecke, als 99er war ich dann an der Reihe. Ich war vor dem Start eigentlich zuversichtlich mich für einen Zwischenlauf (der besten 75) qualifizieren zu können, diesen Eindruck hatte ich von den vielen Turmberg-Befahrungen dieses und letztes Jahr mitgenommen. Ich fuhr an meinem persönlichen Limit und trotzdem konnte mich der nach mir gestartet Fahrer einholen, was mich einerseits natürlich gewurmt hat, mich aber zusätzlich angespornt hat noch eins drauf zu legen, um dran zu bleiben.
Nach nicht mal zwei Kilometer war der Spuk schon wieder vorbei und ich konnte mich endlich auf den Bordstein setzten um Luft zu holen und den restlichen Teilnehmern beim Zieleinlauf zuschauen. Meine Lunge hat gerasselt wie die eines Kettenrauchers und mit großen Augen musste ich mit ansehen, wie die Singlespeeder kurz nach dem Zieleinlauf erst mal entspannt ne Fluppe angesteckt haben! Was sind das für krasse Typen?
Eine Bratwurst und ein Radler später hingen dann auch schon die Ergebnisse aus, die mich auf den Boden der Tatsachen zurück holten: Über sechs Minuten (viel schlechter als bei der ersten Teilnahme 2006, damals noch auf ganz anderem Trainingsniveau als heute), Platzierung unter ferner liefen, kein Zwischenlauf erreicht. Meine Laune näherte sich dem absoluten Tiefpunkt, worauf ich mich enttäuscht und demoralisiert vom Acker gemacht habe, noch vor dem legendären Kinderanhäger-Lauf und allen Zwischenläufen. Ich hatte schon erste Gedanken an einen Verkauf sämtlicher Radutensilien im Kopf.
Als ich gestern trotzdem einen Blick auf die offiziellen Ergebnisse riskiert habe (ein Singlespeed-Teilnehmer aus meinem Kollegenkreis hatte etwas von einem “Softwarefehler” berichtet), wurde mich einiges klar: Die Organisatoren hatten sich bei einer Reihe Teilnehmer schlichtweg verrechnet und gut eine Minute auf die tatsächliche Zeit aufgeschlagen. Ich hatte in Wirklichkeit eine (für mich) verdammt gute Zeit erreicht und war damit locker für einen Zwischenlauf qualifiziert. Leider war ich zum Zeitpunkt dieses Zwischenlaufs schon geduscht zu Hause, so dass der ohne mich statt fand.
So war aber zumindest meine Welt wieder in Ordnung, der Hals auf die Zeitnahme jedoch gewaltig. Sowas darf nicht passieren! Eine Anfrage bei Soffie e.V., was denn da vorgefallen sei, blieb unbeantwortet. Alles andere als professionell und die Tatsache dass Anfragen der Teilnehmer (vor allem nach so einem gravierenden Patzer) ignoriert werden hinterlässt bei mir einen sehr faden Beigeschmack. Eigentlich sehr schade, ich hätte das so nicht erwartet.
Statistik:
Strecke: ~1800M/110HM
Zeit: 05:07 Min
Schnitt: 21,1km/h
Rang: 53 (von 114 Männern)
Zum Vergleich 2008:
Zeit: 05:19 Min
Schnitt: 20,3km/h
Rang: 56 (von 116 Männern)
und 2006:
Zeit: 05:54 Min
Rang: 118 (von 175 Männern)
Der Trend und die heurige Zeit sprechen für das Unterbieten der fünf Minuten 2012, schaun mer mal…



