Sep 4 2011

Vattenfall Cyclassics 2011

Hm, Vattenfall Cyclassics in Hamburg, ist genau so gut gelaufen wie letztes Jahr, ich fasse mal kurz zusammen: Nach einer extrem nassen und kalten Woche in Hamburg wurde das Wetter pünktlich zu den Cyclassics endlich wieder besser. Innerlich war ich da schon auf mein erstes Regenrennen eingestellt, doch es sollte zum Glück trocken und warm bleiben.

Die Strecke verlief dieses Jahr zum ersten mal in der entgegengesetzten Richtung, was mich jedoch – mit erst einem Start im Vorjahr – nicht sonderlich störte. Nachdem also schon recht früh die Köhlbrandbrücke überquert wurde, ging es in die Hamburger “Berge”. Man sollte nicht meinen in Hamburg und Umgebung isses nur flach, die Menge kurzer Anstiege ging so früh auf der Strecke schon gut an die Kraftreserven.

Dieses mal war ich jedoch mit einer für mich ganz neuer Strategie am Start: Ich wollte mir gleich zu Beginn eine schnelle Gruppe suchen, Tempo machen und vor allem dieses mal die einzige Verpflegung auf der Strecke links liegen lassen. Mit mehr als genug Gels und annähernd drei Litern Flüssigkeit an Bord, sollte das ein machbarer Plan sein. Und was soll ich sagen, es hat sich tatsächlich ganz gut bewehrt. Eine schnelle Gruppe über einen längeren Abschnitt konnte ich zwar nicht finden, da die einen zu schnell, die anderen zu langsam unterwegs waren, in der Summe kam ich aber mit einem ganz guten Schnitt ins Ziel.

Meine Ängste ggf. zu wenig Getränke dabei zu haben waren unbegründet, das Gegenteil war der Fall. Die Körner hatte ich mir auch zu gut eingeteilt, gegen Ende wäre sicher noch mehr drin gewesen. Leider knubbelten sich auf den letzten Abschnitten so große Gruppen auf der oftmals recht schmalen Strecke, dass ein Überholen – um zur nächsten, schnelleren Gruppe zu sprinten – oft nicht mehr möglich war. So war ich heuer ganz glücklich über die deutliche Verbesserung der Platzierung, im Gegensatz zum letzten Jahr, und dem guten Schnitt. Mit der Erfahrung sollte für nächstes Jahr immer noch eine Steigerung drin sein.

Unbeschreiblich war mal wieder der Zieleinlauf, wo auf den letzten 1-2 Kilometern zahlreiche Zuschauer bei extrem guter Stimmung so einen Höllen Lärm machen, dass die Gänsehaut auf diesem letzten Abschnitt garantiert ist. Eigentlich lohnt sich das ganze Rennen nur wegen dieses Augenblicks. Nächstes Jahr hoffentlich wieder!

Eine Platzierung unter den ersten 1000 (bei ~10.000 Starten) und damit gute 1400 Plätze besser als letzten Jahr, hätte ich vorher nie erwartet.

Für die Statistik:

  • Strecke:  102 km / 550 Hm
  • Zeit: 02:38
  • Schnitt: 39 km/h
  • Platzierung Gesamt (Männer): 984 (von 9233)
  • Platzierung Altersklasse (Senioren I): 316 (von 2370)

Mai 26 2011

Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt

Zu Dokumentationszwecken für mich, der Vollständigkeit halber (und um das Blog zu reanimieren) die kurze Zusammenfassung einer Veranstaltung, die schon eine paar Tage zurück liegt:

Am Morgen des 1. Mai ging es los in Richtung Frankfurt am Main, zur Jubiläums-Ausgabe eines Traditions-Rennes, das bis vor einigen Jahren noch vom bekanntesten Frankfurter Bierbrauer gesponsert wurde, seit dieser aber das Sponsoring aufgegeben hat, den klangvollen Namen “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” trägt. Geht auch viel leichter von der Zunge…

Die erste Hürde war schon die Anfahrt zum Start, da sich vor der Autobahnausfahrt Eschborn schon ein beachtlicher Stau gebildet hatte. Ich war ursprünglich der Meinung genügend Zeitpuffer einberechnet zu haben, stand dann aber letztendlich viel zu lange in diesem Stau. Dieser bildete sich wegen einer knappen Ampelschaltung vor den Parkmöglichkeiten. Warum die zahlreich anwesenden Polizisten keinen Anlass gesehen haben, hier mal den Verkehr selber zu regeln und diesen Engpass damit zu beseitigen konnte wahrscheinlich niemand so richtig nachvollziehen. Also blieb noch eine viertel Stunde um das Rad zusammen zu bauen, zum Startbereich zu rollen und zur Akkreditierung. Um das hier jetzt mal abzukürzen: Akkreditierungsbereich nicht ausgeschildert, extrem viel los, kurz vor Schliessung Startnummer geholt, angebracht und fünf Minuten vorm Startschuss im Startblock gestanden.

Nach dem Start von einem großen Baumarkt-Parkplatz ging es direkt auf die Autobahn, also extrem langweilige Streckenführung. Da ich keine Zeit zu verbessern hatte und auch sonst die Motivation nicht die beste war, lies ich es am Anfang erst einmal langsam angehen und hatte immer einen Blick auf den aktuellen Puls. Dadurch wurde ich erst einmal nach hinten durchgreicht, da die meisten Starter sofort ein so hohes Tempo anlegten, als wäre alles schon nach 10km gegessen. Doch meine Taktik sollte sich später auszahlen.

Durch ein paar Vororte ging es raus (und rauf) in den Taunus. Dort waren einige Steigungen und Stiche zu absolvieren, von denen aber keiner extrem steil oder lang gewesen wäre, so dass ich einen guten Rhythmus finden konnte. Am höchsten Punkt angekommen war ich eher überrascht, dass das schon alles sein sollte. So hatte ich ab dann noch genügend Körner übrig um im zweiten Teil der Strecke mehr Gas geben zu können. Auf den flotten Abfahrten wieder raus aus dem Taunus in Richtung Frankfurt waren leider wieder einige Sturzopfer zu beklagen, im allgemeinen waren die Gefahrenstellen aber ganz gut markiert. Auf einer recht flotte Abfahrt vor einer kleinen Ortschaft machte ein fest montierter Starenkasten fleissig Fotos aller Teilnehmer, die hier sicher alle deutlich mehr als die an der Stelle erlaubten 50 Sachen drauf hatten.

Irgendwann lag dann die einzige Verpflegungsstelle am Strassenrand, wo einige, wenige Helfer Wasserflaschen (von Coca-Cola!) und Bananen reichten. Das war’s, keine ISO-Getränke, keine Alternativen zu Bananen, nix. Seine Bidons konnte man mit dem Plastikwasser füllen und die leeren Flaschen in den Strassengraben schmeissen. So eine armselige Verpflegung hatte ich bisher noch nicht erlebt, jede kleine RTF bietet da eine bessere Verpflegung.

Auf dem Weg in die Stadt blies den Teilnehmern dann ein recht kräftiger Gegenwind ins Gesicht. In Frankfurt angekommen ging es kurz durch die Innenstadt, bevor die Teilnehmer wieder auf besagtem Autobahnabschnitt geleitet wurden, der schon nach dem Start zu absolvieren war. Von der Autobahn runter, war 100 Meter nach der Ausfahrt schon der Zielbogen aufgebaut, an dem sich eine Handvoll Zuschauer verirrt hatten. Also ein ziemlich glanzloser und unattraktiver Zieleinlauf. Für mich auch unverständlich, warum die Jedermänner in der Innenstadt nicht denselben Streckenverlauf und Zieleinlauf absolvierten durften, wie die nach uns gestarteten Profis. Bei den anderen gemischten Veranstaltungen die ich kenne, ist das Usus.

Als ich das ganze mit dem obligatorischen, alkfreien Weizenbier abschliessen wollte (für jeden Teilnehmer incl.), hatte sich am einzigen Stand schon eine sehr lange Schlange gebildet, das Personal macht aber trotzdem keinen hektischen Eindruck, so dass ich darauf verzichtet hier noch ne halbe Stunde anzustehen. Der Stand befand sich zu allem Überfluss auf einem grob geschotterten Platz, über den man mit den Pedalplatten eiern musste. Ich hatte aber zu dem Zeitpunkt eh schon genug von der Veranstaltung und machte mich auf den Heimweg. Unterm Strich habe ich einen enttäuschenden Eindruck gewonnen, mässige Organisation, Strecke ganz nett aber auch nichts besonderes, und für die Jedermänner doch recht glanzlos. Es war somit meine erste und letzte Teilnahme in Frankfurt.

Für meine Statitik:

Strecke: 101,8 km / 1155 Hm
Gesamtzeit: 3:13.28
Rang Altersklasse (Masters 1): 222 von 446
Rang gesamt (Männer 100km): 609 von 1370
Schnitt: 31,44 km/h


Jan 5 2011

Saison-Highlights 2011

Seit Wochen schmilzt die weiße, vereiste Pest nicht von den Strassen, die Radl-Saison konnte ich auf dem MTB jedoch schon eröffnen, bis gestern völlig sturzfrei. Morgen soll es endlich tauen, so dass ich heute noch die Gelegenheit genutzt habe um auf einer ungeräumten, spiegelglatten Nebenstraße nen sauberen Abgang auf dem Eis hin zu legen. Um mich von den Schmerzen im Knie abzulenken und an was positives zu denken, habe ich daher die Saisonhighlight für 2011 in trockene Tücher gebracht. Gebucht sind bis jetzt:

  • Das Jedermann-Rennen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt (103km-Strecke). Fahre ich zum ersten mal, ich bin gespannt.
  • Zum zweiten mal den Velothon in Berlin. Freue ich mich drauf, tolle Strecke und gute Stimmung. Auch diesmal wieder zusammen mit Blogger-Kollege taxmantom.
  • Der Dreiländergiro mit Start in Österreich und Streckenverlauf durch Italien und die Schweiz, u.a. über Stilfserjoch und Ofenpass. Das war neben den Vattenfall-Cyclassics ein absolutes Highlight 2010. Wenn das Wetter mitspielt wird das dieses Jahr sicher nicht anders sein.

Die eigentlich fest eingeplanten Cycling-Days München müsste ich leider auslassen, da es terminlich leider nicht so gut passt. Bei den Vattenfall Cyclassics werde ich auf jeden Fall auch wieder starten. Eine top organisierte Veranstaltung, sehr viele Zuschauer an der Strecke und mein Faible für Hamburg selbst, lassen ein klasse Wochenende erwarten.

Stilfserjoch beim Giro 2010

Stilfserjoch beim Giro 2010


Aug 28 2010

Vattenfall Cyclassics zum Ersten

Letztes Jahr hab ich Blut geleckt an den Jedermann-Rennen, Radrennen an denen Amateure auch ohne Lizenz teilnehmen können. Dieses Jahr waren zum ersten mal die die Vattenfall Cyclassics angesagt. Nachdem die Cycling Days ins München abgesagt wurden, mein erstes Jedermann dieses Jahr.

Vor dem Volothon hab ich Jedermann-Rennen noch eher skeptisch betrachtet, zum Glück habe ich dann doch mal so eine Veranstaltung ausprobiert. Diese Rennen machen unheimlich Spaß, wenn ich bisher auch nur solche mit extrem flachen Streckenprofil (Berlin und Hamburg) gefahren bin. Dabei hat sich für mich allerdings gezeigt, dass ich von meinen körperlichen Vorraussetzungen wohl auch eher für solche Veranstaltungen und Strecken geeignet bin (die Ergebniss sind besser), als Bergfahrer bin ich einfach zu groß und zu schwer (nichtsdestotrotz machen mir die Bergmarathons immer noch am meisten Spaß).

In Hamburg bin ich schon zwei Tage vorher angereist, um auch mit der besseren Hälfte noch ein wenig die Stadt zu besichtigen. Dabei konnte man schon die Aufbauarbeiten in der Innenstadt beobachten, was die Vorfreude nur noch mehr steigerte. Die erwarteten 80.000 Zuschauer taten ein übriges dazu. Leider war für den Rennsonntag Regen angekündigt, was die Stimmung bei einigen Teilnehmer, mich inclusive, sicher beeinträchtigt hat. Wie sich heraus stellen sollte waren alle Bedenken umsonst, das Wetter am Renntag hätte besser nicht sein können. Vollständiger Eintrag


Jan 27 2010

Vattenfall Cyclassics

Mein erstes Jedermann-Rennen war letztes Jahr der Velothon in und durch Berlin, der riesig Spaß gemacht hat. Dieses Jahr wollte ich das daher unbedingt wiederholen, wenn da nicht eine Woche vorher schon die Cycling-Days in München stattfinden würden. Beide Veranstaltungen mit zu nehmen wäre mir allerdings zu stressig und vor allem auch zu teuer (Meldegebühren, Hotelkosten, etc.), so dass ich mich eher für das Neue und München entschieden habe.

Ein einziges Rennen erschien mir dann aber doch etwas wenig, so dass ich mich heute bei den Vattenfall Cyclassics eingeschrieben habe (100km, Mitteldistanz). Sein Ruf eilt diesem Rennen voraus, dementsprechend ist die Vorfreude jetzt schon recht groß… ;) Wer es nicht kennt, das Vattenfall Cyclassics ist das größte Eintagesrennen in Deutschland, sowohl für Profis, als auch für Amateure. Den besonderen Reiz dieser Veranstaltung macht aus, dass wir Amateure am gleichen Tag, dieselbe Strecke wie die Profis befahren, und das ganze vor erwarteten 800.000 Zuschauern. Für Gänsehaut auf dem Rad sollte angesichts dieser Kulisse gesorgt sein.


Jun 27 2009

Velothon & Turmbergrennen

Vor einem Jahr las ich in einem Blog zum ersten mal von einem “Radmarathon” durch Berlin. Den Gedanken mit dem Rennrad über eine abgesperrte Strecke durch Berlin zu fahren fand ich schon damals sehr reizvoll, ich musste dann dieses Frühjahr nicht lange überlegen, als die 2. Ausgabe des Skoda Velothon Berlin angekündigt wurde. Neben der ganz anderen Art Berlin und dessen Umland vom Rad aus zu sehen, war das auch eine gute Gelegenheit den oben schon erwähnten Blogger taxmantom auch mal persönlich kennen zu lernen.

Im Vorfeld war mir allerdings noch nicht so ganz klar, ob es sich bei dieser Veranstaltung um einen Radmarathon oder ein Jedermann-Rennen handelt. In der einschlägigen Fachpresse sprachen die Organisatoren davon, eine Standard-Distanz (ähnlich den 42km bei den Läufern)  für Radmarathons etablieren zu wollen, genannt Velothon. Nach der langen Anfahrt aus Karlsruhe endlich vor Ort angekommen war aber nur noch von einem Jedermann-Rennen die Rede, was sich dann auch als die korrektere Beschreibung dieser Veranstaltung rausstellte. Aber im Endeffekt war mir das auch egal, der Spaß stand im Vordergrund. Vollständiger Eintrag