Dreiländergiro 2011
Nach den eher “flachen” letzten beiden, längeren Veranstaltungen, stand dieses Wochenende mal wieder der Dreiländergiro auf dem Programm. Letztes Jahr mein absoluter Saisonhöhepunkt. Dieses Radrennen startet in Nauders in Tirol, führt über den Reschenpass nach Italien, dort über Stilfserjoch und Umbrailpass in die Schweiz. Da angekommen wird der Ofenpass überquert und durch das Engadin gerollt, bevor es kurz nach dem Grenzübertritt nach Österreich über die Norbertshöhe zurück ins Ziel geht.
Über den Streckenverlauf habe ich mich letztes Jahr schon ausführlich ausgelassen, an dem hat sich dieses Jahr auch nichts geändert. Die Wetteraussichten waren hervorragend, jeden Wetterdienst den man konsultierte sagte für dieses Wochenende bestes Radelwetter voraus. Die Regenwahrscheinlichkeit am Vortag lag bei unter 5%, am Renntag bei 0%, die Tageshöchsttemperaturen sollte 22°C nicht überschreiten. Als ich morgens um halb fünf den Vorhang in meinem Hotelzimmer aufzog war ich entsprechend überrascht: Tief hängende Regenwolken, Kälte, klatschnasse Strassen, Nieselregen. Da ich mir im Vorfeld geschworen habe bei Aussicht auf Regen gar nicht erst anzureisen, überlegte ich eine Weile meine Sachen zu packen und sofort nach Hause zu fahren (nicht nur der von niemand vorher gesagte Regen, auch die Tagestemperaturen von bis zu 35° gaben ein gutes Beispiel für die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen im Alpenraum ab).
Natürlich stand ich dann doch im Startblock mit den 3.000 weiteren Teilnehmern und harrte, untermalt von den üblichen Klängen von AC/DC (in Disko-Lautstärke morgens um 06:00), dem Start entgegen. Diesmal wieder in Begleitung eines 1&1-Kollegen, mit dessen Rhythmus ich auf der Rampe zum Stilfserjoch aber nicht mehr mitkam, sodass ich dann doch wieder 3/4 der Strecke alleine zurück legen musste.
Aus Fehlern der ersten Teilnahme im letzten Jahr klug geworden ließ ich’s anfangs erst mal langsamer angehen, um vorm Ofenpass nicht wieder so einzubrechen, dass der Rest der Strecke zur Qual wird. Diese Taktik hat sich auch schon in Frankfurt bezahlt gemacht und sollte dieses mal auch Erfolg versprechend sein. Am Stilfser zwischendurch noch zwei, dreimal geschwächelt, ist es auf dem Rest der Strecke aber dann wieder erwarten doch ganz gut gelaufen, wenn ich von den Krämpfen in den Oberschenkeln absehe, die mich am Fuß jeder Steigung zu einer kurzen Zwangspause genötigt haben.
Auch Fehler aus anderen Veranstaltungen kamen mir hier zugute, so dass ich peinlich genau darauf geachtet habe genug zu Essen und zu trinken. Durch die gute Einteilung der Kräfte, und der ausreichenden Zufuhr von Kalorien, hatte ich am letzten Anstieg vorm Ziel (auch für mich überraschend) noch genug Körner übrig, um recht locker die letzten 400Hm zur Norbertshöhe zu überwinden und dort nicht wenige der Mitstreiter hinter mir zu lassen, die sich mit letzter Kraft über diesen Pass quälen mussten.
Das Endergebnis fiel dann auch höchst erfreulich für mich aus, hatte ich meine Brutto-Fahrzeit aus dem letzten Jahr doch um fast eine ganze Stunde unterboten. Wenn ich die ganzen Zwangspausen raus rechne, die ich wegen der Krämpfe einlegen musste, und beim nächsten mal von den fünf Labstationen zwei links liegen lasse (ich sollte mal taxmantom fragen wo er seine riesigen Bidons her hat) sollten die (magischen) acht Stunden drin sein, wenn nicht sogar weniger. Da diesmal am Ende noch ein paar Körner übrig waren, sollte sich auch der Schnitt vielleicht um 1-2 km/h erhöhen lassen. Der Termin steht auch schon fest (24.06.2012), ich sollte schon mal ein Zimmer buchen….
Statistik:
Strecke: 165.32 km / 3495 Hm
Schnitt: 21.3 km/h
Zeit (Netto/Brutto): 07:45 / 08:35 (2010: 09:28 Brutto)
Platzierung gesamt (Männer): 1526 (von 2101)
Platzierung AK (Senioren): 746 (von 930)
Der Platz ist jetzt absolut gesehen natürlich keine Offenbarung, eine vordere Platzierung im letzten Drittel find ich für mich jedoch super. Dass ich kein geborener Bergfahrer bin, ist mir inzwischen auch klar. Mal gucken ob es im August im flachen Hamburg für die vorderer Hälfte reicht…





