Sep 4 2011

Vattenfall Cyclassics 2011

Hm, Vattenfall Cyclassics in Hamburg, ist genau so gut gelaufen wie letztes Jahr, ich fasse mal kurz zusammen: Nach einer extrem nassen und kalten Woche in Hamburg wurde das Wetter pünktlich zu den Cyclassics endlich wieder besser. Innerlich war ich da schon auf mein erstes Regenrennen eingestellt, doch es sollte zum Glück trocken und warm bleiben.

Die Strecke verlief dieses Jahr zum ersten mal in der entgegengesetzten Richtung, was mich jedoch – mit erst einem Start im Vorjahr – nicht sonderlich störte. Nachdem also schon recht früh die Köhlbrandbrücke überquert wurde, ging es in die Hamburger “Berge”. Man sollte nicht meinen in Hamburg und Umgebung isses nur flach, die Menge kurzer Anstiege ging so früh auf der Strecke schon gut an die Kraftreserven.

Dieses mal war ich jedoch mit einer für mich ganz neuer Strategie am Start: Ich wollte mir gleich zu Beginn eine schnelle Gruppe suchen, Tempo machen und vor allem dieses mal die einzige Verpflegung auf der Strecke links liegen lassen. Mit mehr als genug Gels und annähernd drei Litern Flüssigkeit an Bord, sollte das ein machbarer Plan sein. Und was soll ich sagen, es hat sich tatsächlich ganz gut bewehrt. Eine schnelle Gruppe über einen längeren Abschnitt konnte ich zwar nicht finden, da die einen zu schnell, die anderen zu langsam unterwegs waren, in der Summe kam ich aber mit einem ganz guten Schnitt ins Ziel.

Meine Ängste ggf. zu wenig Getränke dabei zu haben waren unbegründet, das Gegenteil war der Fall. Die Körner hatte ich mir auch zu gut eingeteilt, gegen Ende wäre sicher noch mehr drin gewesen. Leider knubbelten sich auf den letzten Abschnitten so große Gruppen auf der oftmals recht schmalen Strecke, dass ein Überholen – um zur nächsten, schnelleren Gruppe zu sprinten – oft nicht mehr möglich war. So war ich heuer ganz glücklich über die deutliche Verbesserung der Platzierung, im Gegensatz zum letzten Jahr, und dem guten Schnitt. Mit der Erfahrung sollte für nächstes Jahr immer noch eine Steigerung drin sein.

Unbeschreiblich war mal wieder der Zieleinlauf, wo auf den letzten 1-2 Kilometern zahlreiche Zuschauer bei extrem guter Stimmung so einen Höllen Lärm machen, dass die Gänsehaut auf diesem letzten Abschnitt garantiert ist. Eigentlich lohnt sich das ganze Rennen nur wegen dieses Augenblicks. Nächstes Jahr hoffentlich wieder!

Eine Platzierung unter den ersten 1000 (bei ~10.000 Starten) und damit gute 1400 Plätze besser als letzten Jahr, hätte ich vorher nie erwartet.

Für die Statistik:

  • Strecke:  102 km / 550 Hm
  • Zeit: 02:38
  • Schnitt: 39 km/h
  • Platzierung Gesamt (Männer): 984 (von 9233)
  • Platzierung Altersklasse (Senioren I): 316 (von 2370)

Jun 30 2011

Dreiländergiro 2011

Nach den eher “flachen” letzten beiden, längeren Veranstaltungen, stand dieses Wochenende mal wieder der Dreiländergiro auf dem Programm. Letztes Jahr mein absoluter Saisonhöhepunkt. Dieses Radrennen startet in Nauders in Tirol, führt über den Reschenpass nach Italien, dort über Stilfserjoch und Umbrailpass in die Schweiz. Da angekommen wird der Ofenpass überquert und durch das Engadin gerollt, bevor es kurz nach dem Grenzübertritt nach Österreich über die Norbertshöhe zurück ins Ziel geht.

Über den Streckenverlauf habe ich mich letztes Jahr schon ausführlich ausgelassen, an dem hat sich dieses Jahr auch nichts geändert. Die Wetteraussichten waren hervorragend, jeden Wetterdienst den man konsultierte sagte für dieses Wochenende bestes Radelwetter voraus. Die Regenwahrscheinlichkeit am Vortag lag bei unter 5%, am Renntag bei 0%, die Tageshöchsttemperaturen sollte 22°C nicht überschreiten. Als ich morgens um halb fünf den Vorhang in meinem Hotelzimmer aufzog war ich entsprechend überrascht: Tief hängende Regenwolken, Kälte, klatschnasse Strassen, Nieselregen. Da ich mir im Vorfeld geschworen habe bei Aussicht auf Regen gar nicht erst anzureisen, überlegte ich eine Weile meine Sachen zu packen und sofort nach Hause zu fahren (nicht nur der von niemand vorher gesagte Regen, auch die Tagestemperaturen von bis zu 35° gaben ein gutes Beispiel für die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen im Alpenraum ab).

Natürlich stand ich dann doch im Startblock mit den 3.000 weiteren Teilnehmern und harrte, untermalt von den üblichen Klängen von AC/DC (in Disko-Lautstärke morgens um 06:00), dem Start entgegen. Diesmal wieder in Begleitung eines 1&1-Kollegen, mit dessen Rhythmus ich auf der Rampe zum Stilfserjoch aber nicht mehr mitkam, sodass ich dann doch wieder 3/4 der Strecke alleine zurück legen musste.

Aus Fehlern der ersten Teilnahme im letzten Jahr klug geworden ließ ich’s anfangs erst mal langsamer angehen, um vorm Ofenpass nicht wieder so einzubrechen, dass der Rest der Strecke zur Qual wird. Diese Taktik hat sich auch schon in Frankfurt bezahlt gemacht und sollte dieses mal auch Erfolg versprechend sein. Am Stilfser zwischendurch noch zwei, dreimal geschwächelt, ist es auf dem Rest der Strecke aber dann wieder erwarten doch ganz gut gelaufen, wenn ich von den Krämpfen in den Oberschenkeln absehe, die mich am Fuß jeder Steigung zu einer kurzen Zwangspause genötigt haben.

Auch Fehler aus anderen Veranstaltungen kamen mir hier zugute, so dass ich peinlich genau darauf geachtet habe genug zu Essen und zu trinken. Durch die gute Einteilung der Kräfte, und der ausreichenden Zufuhr von Kalorien, hatte ich am letzten Anstieg vorm Ziel (auch für mich überraschend) noch genug Körner übrig, um recht locker die letzten 400Hm zur Norbertshöhe zu überwinden und dort nicht wenige der Mitstreiter hinter mir zu lassen, die sich mit letzter Kraft über diesen Pass quälen mussten.

Das Endergebnis fiel dann auch höchst erfreulich für mich aus, hatte ich meine Brutto-Fahrzeit aus dem letzten Jahr doch um fast eine ganze Stunde unterboten. Wenn ich die ganzen Zwangspausen raus rechne, die ich wegen der Krämpfe einlegen musste, und beim nächsten mal von den fünf Labstationen zwei links liegen lasse (ich sollte mal taxmantom fragen wo er seine riesigen Bidons her hat) sollten die (magischen) acht Stunden drin sein, wenn nicht sogar weniger. Da diesmal am Ende noch ein paar Körner übrig waren, sollte sich auch der Schnitt vielleicht um 1-2 km/h erhöhen lassen. Der Termin steht auch schon fest (24.06.2012), ich sollte schon mal ein Zimmer buchen….

Statistik:

Strecke: 165.32 km / 3495 Hm
Schnitt: 21.3 km/h
Zeit (Netto/Brutto): 07:45 / 08:35 (2010: 09:28 Brutto)
Platzierung gesamt (Männer): 1526 (von 2101)
Platzierung AK (Senioren): 746 (von 930)

Der Platz ist jetzt absolut gesehen natürlich keine Offenbarung, eine vordere Platzierung im letzten Drittel find ich für mich jedoch super. Dass ich kein geborener Bergfahrer bin, ist mir inzwischen auch klar. Mal gucken ob es im August im flachen Hamburg für die vorderer Hälfte reicht… ;)


Jun 8 2011

Berlin Velothon 2011

Gute 2 1/2 Wochen ist es inzwischen her, dass ich zusammen mit taxmantom den Berliner Velothon in Angriff genommen habe. Inzwischen war genug Zeit das ganze sacken und hier noch einmal Revue passieren zu lassen.

Den Tag vor dem Rennen verbrachte ich vorwiegend auf der Autobahn, 700km von Karlsruhe in den Hauptstadt wollen runter geschrubbt sein. Um eine Unterkunft musste ich mich glücklicherweise vorher nicht kümmern, da mich Tom dankenswerterweise in sein Zuhause nach Zossen eingeladen hatte. Der Ort mag jetzt nicht jedem sofort ein Begriff sein, liegt ca. 40km südlich von Berlin Mitte, abseits des Berliner Großstadt-Trubels.

Am Abend zuvor bereiteten wir uns mit amerikanischen Monstersteaks und Weißbier auf das Großereignis vor, legales Doping sozusagen. Am Renntag ging’s dann morgens mit der Regionalbahn zum Berliner Hauptbahnhof und von dort zum Startblock am Brandenburger-Tor. Während wir zusammen mit einigen von Toms’ Vereinskollegen auf den Startschuss warteten, hatten die sich schon eine Taktik zurecht gelegt: Schnell starten, schnelle Gruppe suchen, dranhängen. Gesagt, getan, ging es dann auch mit ordentlich Tempo auf die ersten Kilometer, immer am Hinterrad von Vereinskollege Ronny. Gleich am Start so ein hohes Tempo anzuschlagen entspricht sonst nicht meiner Taktik, aber gut, wenn’s hilft. Am Wannsee angekommen konnten wir uns dann endlich mal in einer guten Gruppe einreihen und Luft holen.

Die Strecke ging wunderschön durch Alleen des Berliner Umland und durch kleine Orte, in denen viele der Bewohner das Frühstück an den Strassenrand verlegt haben und die Jedermänner zahlreich anfeuerten. Gelegentliche Musikdarbietungen und größere Menschenansammlungen an Schlüsselstellen erzeugten jedes mal Gänsehaut-Feeling. Der Schnitt war immer noch hoch und in den großen Gruppen fuhren alle dicht an dicht, so dass mir in manchen dieser Situationen schon etwas die Muffe ging. Ein Fahrfehler eines Fahrers und ein Massensturz wäre unausweichlich gewesen. So einen Fehler machten wohl wenig später zwei Mitstreiter, in deren Windschatten Tom und ich gerade unterwegs waren, als sich die beiden plötzlich auf gerader Strecke ordentlich lang machten. Bei Tom war’s superknapp, ich hatte zwar noch etwas mehr Luft, musste aber auch gut aufpassen mich nicht gleich dazu zu legen.

Irgendwann zwischen diesem Crash und diversen (auch unnötigen) Zwischensprints von einer Gruppe zur nächsten (natürlich voll im Wind) gingen mir dann auch noch die Getränke aus. Ich hatte die Verpflegung auf halber Strecke vermutet, was natürlich falsch war und musste so noch knapp 20km bis zur Verpflegung fast ‘trocken’ zurücklegen, in denen Tom mir mit ISO-Getränken aus seinen Riesenbidons ausgeholfen hat.

Nach der Verpflegung ging es über eine autobahnähnlichen Landstrasse (101) wieder zurück in die Berliner Aussenbezirke und irgendwie hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon kaum noch Saft in den Beinen. Sehr gut gefallen hat mir aber trotzdem die Streckenführung über die Start- und Landebahn des stillgelegten Flughafens Tempelhof, auch wenn uns dort eine sehr steife Briese ins Gesicht geweht hat. Das hat noch mal viel Kraft gekostet und die letzten 20 Kilometer bis zur Zielgeraden, auf der Straße des 17 Juni, wurden zur Qual. Tom gab alles mich zu motivieren und Windschatten zu spenden, incl. kurzer Geschichten zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und den Stationen seiner Jugend in Ostberlin. Auf der Zielgerade konnten wir die letzten Körner für einen Schlusssprint zusammen kratzen und das Rennen angemessen beenden.

Als ich mich vor der Transponder-Rückgabe kaum noch auf den Beinen halten konnte, ist mir auch aufgefallen, dass ich während der gesamten Veranstaltung nur einen einzigen Riegel gegessen hatte, was trotz ISO-Getränken natürlich viel zu wenig war. Ganz grober Anfängerfehler, was aber auch schon seinerzeit ’98 Ulle den Toursieg vor Marco Pantani gekostet hatte. Kann also selbst da mal vorkommen…. ;)

Nach einer halben Stunde auf der Wiese vorm Reichstag hatte ich mich wieder einigermassen erholt und es ging mit der Bahn zurück nach Zossen und zu den Monstersteaks und dem Weißbier, dafür hatte sich die ganze Anstrengung doch gelohnt. Trotz dem Einbruch gegen Ende ein tolles Rennen und ein prima Wochenende in Berlin, vor allem auch dank der gastfreundlichen Unterbringung und Versorgung.

Statistik:

Strecke: 118 km / 315Hm
Zeit: 03:13:15 (netto) / 03:15:46 (brutto) – Gegen 2009 sieben Minuten verbessert!
Schnitt: 36.7 km/h (netto) / 36.08 km/h (brutto)
Platzierung gesamt: 2133 (von 4945)
Platzierung Altersklasse (Senioren I): 665 (von 1435)


Jun 1 2011

Turmbergrennen 2011

Drei Jahre ist es her, meine letzte Teilnahme an einem Turmbergrennen. Das ist in erster Linie ein Bergsprint auf den Hausberg hier in Karlsruhe, der auch die erste nennenswerte Erhebung vor meiner Haustür darstellt. In zweiter Linie handelt es sich dabei um eine recht familiäre Veranstaltung des örtlichen Vereins Soffie e.V.. Die Teilnehmerzahlen liegen meist so um die ~150 Teilnehmer, mal mehr, mal weniger. Nach der Velothon-Teilnahme mit ~12.000 Startern, auch wieder ganz schön bei so einer Veranstaltung zu starten.

Bei meiner ersten Teilnahme war meine Radkarriere noch jung und es stellte auch meine erste Radveranstaltung überhaupt dar. Da sich die Anfahrt mit dem Rad in 15 Minuten erledigt hat und die Startgebühr mit nem 10er beglichen ist, ist es eigentlich selbstverständlich einmal im Jahr am Limit und unter Zeitnahme auf den Berg zu sprinten, den man über’s Jahr unzählige male ins Training einbaut und dadurch auch entsprechend gut kennt.

2009 war ich kurz nach der Teilnahme am Velothon Berlin leider krank und konnte trotz Anmeldung nicht starten, letztes Jahr fiel das Rennen aus, so dass es am letzten Samstag endlich mal wieder die Gelegenheit zu einer Standortbestimmung war. Gewohnt locker reihten sich die Teilnehmer an den zwei Biertischen am Fuß des Turmbergs auf, von wo es auf die Strecke ging. Auch dieses mal waren wieder einige Singlespeed-Fahrer am Start, eine Klientel die ich bei solchen Veranstaltungen immer besonders bewundere. Im 15 Sekunden-Abstand ging es auf die Stecke, als 99er war ich dann an der Reihe. Ich war vor dem Start eigentlich zuversichtlich mich für einen Zwischenlauf (der besten 75) qualifizieren zu können, diesen Eindruck hatte ich von den vielen Turmberg-Befahrungen dieses und letztes Jahr mitgenommen. Ich fuhr an meinem persönlichen Limit und trotzdem konnte mich der nach mir gestartet Fahrer einholen, was mich einerseits natürlich gewurmt hat, mich aber zusätzlich angespornt hat noch eins drauf zu legen, um dran zu bleiben.

Nach nicht mal zwei Kilometer war der Spuk schon wieder vorbei und ich konnte mich endlich auf den Bordstein setzten um Luft zu holen und den restlichen Teilnehmern beim Zieleinlauf zuschauen. Meine Lunge hat gerasselt wie die eines Kettenrauchers und mit großen Augen musste ich mit ansehen, wie die Singlespeeder kurz nach dem Zieleinlauf erst mal entspannt ne Fluppe angesteckt haben! Was sind das für krasse Typen?

Eine Bratwurst und ein Radler später hingen dann auch schon die Ergebnisse aus, die mich auf den Boden der Tatsachen zurück holten: Über sechs Minuten (viel schlechter als bei der ersten Teilnahme 2006, damals noch auf ganz anderem Trainingsniveau als heute), Platzierung unter ferner liefen, kein Zwischenlauf erreicht. Meine Laune näherte sich dem absoluten Tiefpunkt, worauf ich mich enttäuscht und demoralisiert vom Acker gemacht habe, noch vor dem legendären Kinderanhäger-Lauf und allen Zwischenläufen. Ich hatte schon erste Gedanken an einen Verkauf sämtlicher Radutensilien im Kopf.

Als ich gestern trotzdem einen Blick auf die offiziellen Ergebnisse riskiert habe (ein Singlespeed-Teilnehmer aus meinem Kollegenkreis hatte etwas von einem “Softwarefehler” berichtet), wurde mich einiges klar: Die Organisatoren hatten sich bei einer Reihe Teilnehmer schlichtweg verrechnet und gut eine Minute auf die tatsächliche Zeit aufgeschlagen. Ich hatte in Wirklichkeit eine (für mich) verdammt gute Zeit erreicht und war damit locker für einen Zwischenlauf qualifiziert. Leider war ich zum Zeitpunkt dieses Zwischenlaufs schon geduscht zu Hause, so dass der ohne mich statt fand.

So war aber zumindest meine Welt wieder in Ordnung, der Hals auf die Zeitnahme jedoch gewaltig. Sowas darf nicht passieren! Eine Anfrage bei Soffie e.V., was denn da vorgefallen sei, blieb unbeantwortet. Alles andere als professionell und die Tatsache dass Anfragen der Teilnehmer (vor allem nach so einem gravierenden Patzer) ignoriert werden hinterlässt bei mir einen sehr faden Beigeschmack. Eigentlich sehr schade, ich hätte das so nicht erwartet.

 

Statistik:

Strecke: ~1800M/110HM

Zeit: 05:07 Min
Schnitt: 21,1km/h
Rang: 53 (von 114 Männern)

Zum Vergleich 2008:

Zeit: 05:19 Min
Schnitt: 20,3km/h
Rang: 56 (von 116 Männern)

und 2006:

Zeit: 05:54 Min
Rang: 118 (von 175 Männern)

Der Trend und die heurige Zeit sprechen für das Unterbieten der fünf Minuten 2012, schaun mer mal… ;)


Mai 26 2011

Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt

Zu Dokumentationszwecken für mich, der Vollständigkeit halber (und um das Blog zu reanimieren) die kurze Zusammenfassung einer Veranstaltung, die schon eine paar Tage zurück liegt:

Am Morgen des 1. Mai ging es los in Richtung Frankfurt am Main, zur Jubiläums-Ausgabe eines Traditions-Rennes, das bis vor einigen Jahren noch vom bekanntesten Frankfurter Bierbrauer gesponsert wurde, seit dieser aber das Sponsoring aufgegeben hat, den klangvollen Namen “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” trägt. Geht auch viel leichter von der Zunge…

Die erste Hürde war schon die Anfahrt zum Start, da sich vor der Autobahnausfahrt Eschborn schon ein beachtlicher Stau gebildet hatte. Ich war ursprünglich der Meinung genügend Zeitpuffer einberechnet zu haben, stand dann aber letztendlich viel zu lange in diesem Stau. Dieser bildete sich wegen einer knappen Ampelschaltung vor den Parkmöglichkeiten. Warum die zahlreich anwesenden Polizisten keinen Anlass gesehen haben, hier mal den Verkehr selber zu regeln und diesen Engpass damit zu beseitigen konnte wahrscheinlich niemand so richtig nachvollziehen. Also blieb noch eine viertel Stunde um das Rad zusammen zu bauen, zum Startbereich zu rollen und zur Akkreditierung. Um das hier jetzt mal abzukürzen: Akkreditierungsbereich nicht ausgeschildert, extrem viel los, kurz vor Schliessung Startnummer geholt, angebracht und fünf Minuten vorm Startschuss im Startblock gestanden.

Nach dem Start von einem großen Baumarkt-Parkplatz ging es direkt auf die Autobahn, also extrem langweilige Streckenführung. Da ich keine Zeit zu verbessern hatte und auch sonst die Motivation nicht die beste war, lies ich es am Anfang erst einmal langsam angehen und hatte immer einen Blick auf den aktuellen Puls. Dadurch wurde ich erst einmal nach hinten durchgreicht, da die meisten Starter sofort ein so hohes Tempo anlegten, als wäre alles schon nach 10km gegessen. Doch meine Taktik sollte sich später auszahlen.

Durch ein paar Vororte ging es raus (und rauf) in den Taunus. Dort waren einige Steigungen und Stiche zu absolvieren, von denen aber keiner extrem steil oder lang gewesen wäre, so dass ich einen guten Rhythmus finden konnte. Am höchsten Punkt angekommen war ich eher überrascht, dass das schon alles sein sollte. So hatte ich ab dann noch genügend Körner übrig um im zweiten Teil der Strecke mehr Gas geben zu können. Auf den flotten Abfahrten wieder raus aus dem Taunus in Richtung Frankfurt waren leider wieder einige Sturzopfer zu beklagen, im allgemeinen waren die Gefahrenstellen aber ganz gut markiert. Auf einer recht flotte Abfahrt vor einer kleinen Ortschaft machte ein fest montierter Starenkasten fleissig Fotos aller Teilnehmer, die hier sicher alle deutlich mehr als die an der Stelle erlaubten 50 Sachen drauf hatten.

Irgendwann lag dann die einzige Verpflegungsstelle am Strassenrand, wo einige, wenige Helfer Wasserflaschen (von Coca-Cola!) und Bananen reichten. Das war’s, keine ISO-Getränke, keine Alternativen zu Bananen, nix. Seine Bidons konnte man mit dem Plastikwasser füllen und die leeren Flaschen in den Strassengraben schmeissen. So eine armselige Verpflegung hatte ich bisher noch nicht erlebt, jede kleine RTF bietet da eine bessere Verpflegung.

Auf dem Weg in die Stadt blies den Teilnehmern dann ein recht kräftiger Gegenwind ins Gesicht. In Frankfurt angekommen ging es kurz durch die Innenstadt, bevor die Teilnehmer wieder auf besagtem Autobahnabschnitt geleitet wurden, der schon nach dem Start zu absolvieren war. Von der Autobahn runter, war 100 Meter nach der Ausfahrt schon der Zielbogen aufgebaut, an dem sich eine Handvoll Zuschauer verirrt hatten. Also ein ziemlich glanzloser und unattraktiver Zieleinlauf. Für mich auch unverständlich, warum die Jedermänner in der Innenstadt nicht denselben Streckenverlauf und Zieleinlauf absolvierten durften, wie die nach uns gestarteten Profis. Bei den anderen gemischten Veranstaltungen die ich kenne, ist das Usus.

Als ich das ganze mit dem obligatorischen, alkfreien Weizenbier abschliessen wollte (für jeden Teilnehmer incl.), hatte sich am einzigen Stand schon eine sehr lange Schlange gebildet, das Personal macht aber trotzdem keinen hektischen Eindruck, so dass ich darauf verzichtet hier noch ne halbe Stunde anzustehen. Der Stand befand sich zu allem Überfluss auf einem grob geschotterten Platz, über den man mit den Pedalplatten eiern musste. Ich hatte aber zu dem Zeitpunkt eh schon genug von der Veranstaltung und machte mich auf den Heimweg. Unterm Strich habe ich einen enttäuschenden Eindruck gewonnen, mässige Organisation, Strecke ganz nett aber auch nichts besonderes, und für die Jedermänner doch recht glanzlos. Es war somit meine erste und letzte Teilnahme in Frankfurt.

Für meine Statitik:

Strecke: 101,8 km / 1155 Hm
Gesamtzeit: 3:13.28
Rang Altersklasse (Masters 1): 222 von 446
Rang gesamt (Männer 100km): 609 von 1370
Schnitt: 31,44 km/h


Jan 5 2011

Saison-Highlights 2011

Seit Wochen schmilzt die weiße, vereiste Pest nicht von den Strassen, die Radl-Saison konnte ich auf dem MTB jedoch schon eröffnen, bis gestern völlig sturzfrei. Morgen soll es endlich tauen, so dass ich heute noch die Gelegenheit genutzt habe um auf einer ungeräumten, spiegelglatten Nebenstraße nen sauberen Abgang auf dem Eis hin zu legen. Um mich von den Schmerzen im Knie abzulenken und an was positives zu denken, habe ich daher die Saisonhighlight für 2011 in trockene Tücher gebracht. Gebucht sind bis jetzt:

  • Das Jedermann-Rennen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt (103km-Strecke). Fahre ich zum ersten mal, ich bin gespannt.
  • Zum zweiten mal den Velothon in Berlin. Freue ich mich drauf, tolle Strecke und gute Stimmung. Auch diesmal wieder zusammen mit Blogger-Kollege taxmantom.
  • Der Dreiländergiro mit Start in Österreich und Streckenverlauf durch Italien und die Schweiz, u.a. über Stilfserjoch und Ofenpass. Das war neben den Vattenfall-Cyclassics ein absolutes Highlight 2010. Wenn das Wetter mitspielt wird das dieses Jahr sicher nicht anders sein.

Die eigentlich fest eingeplanten Cycling-Days München müsste ich leider auslassen, da es terminlich leider nicht so gut passt. Bei den Vattenfall Cyclassics werde ich auf jeden Fall auch wieder starten. Eine top organisierte Veranstaltung, sehr viele Zuschauer an der Strecke und mein Faible für Hamburg selbst, lassen ein klasse Wochenende erwarten.

Stilfserjoch beim Giro 2010

Stilfserjoch beim Giro 2010


Nov 3 2010

SURM 2010

An der letzten VerpflegungReichlich spät, so rund sechs Wochen nach Zieleinlauf, muss ich jetzt doch noch den diesjährigen SURM blogtechnisch aufarbeiten. Ich nehme mal an, die lange Spanne zwischen Teilnahme und diesem Beitrag liegt darin begründet, dass ich die Veranstaltung in keiner guten Erinnerung habe. Nach meiner ersten Teilnahme vorletztes Jahr wollte ich dieses mal eigentlich vor dem Abbau des Zielbereichs in Alpirsbach anzukommen, was mir aber wieder nicht gelungen ist. Vollständiger Eintrag