Velothon & Turmbergrennen

Vor einem Jahr las ich in einem Blog zum ersten mal von einem “Radmarathon” durch Berlin. Den Gedanken mit dem Rennrad über eine abgesperrte Strecke durch Berlin zu fahren fand ich schon damals sehr reizvoll, ich musste dann dieses Frühjahr nicht lange überlegen, als die 2. Ausgabe des Skoda Velothon Berlin angekündigt wurde. Neben der ganz anderen Art Berlin und dessen Umland vom Rad aus zu sehen, war das auch eine gute Gelegenheit den oben schon erwähnten Blogger taxmantom auch mal persönlich kennen zu lernen.

Im Vorfeld war mir allerdings noch nicht so ganz klar, ob es sich bei dieser Veranstaltung um einen Radmarathon oder ein Jedermann-Rennen handelt. In der einschlägigen Fachpresse sprachen die Organisatoren davon, eine Standard-Distanz (ähnlich den 42km bei den Läufern)  für Radmarathons etablieren zu wollen, genannt Velothon. Nach der langen Anfahrt aus Karlsruhe endlich vor Ort angekommen war aber nur noch von einem Jedermann-Rennen die Rede, was sich dann auch als die korrektere Beschreibung dieser Veranstaltung rausstellte. Aber im Endeffekt war mir das auch egal, der Spaß stand im Vordergrund.

Im Startblock

Im Startblock

So völlig ohne Ortskenntnisse in Berlin hatte ich zu aller erst das Problem zu lösen, wie ich Tom und seinen Spezi Stefan beim verabredeten Parkplatz treffen sollte, war doch die halbe Innenstadt für das Rennen abgesperrt. Da konnte mir auch mein Navi nicht helfen. Letztendlich musste ich irgendwo im Strassengewirr um das Brandburger Tor das Auto abstellen und nur hoffen es danach auch immer noch dort vorzufinden. Nach einigen hin und her Telefonieren konnte ich die beiden anderen, so kurz vor knapp, doch noch in unserem Startblock finden.

Die bei der Anmeldung von Tom empfohlene Durchschnittsgeschwindigkeit von 34km/h fand ich reichlich hoch, aber ich hatte vorher auf so einem flachen Streckenprofil, völlig ohne nennenswerte Steigungen, absolut keine Erfahrungswerte. Trotz dieser geschätzten Schnittgeschwindigkeit fanden wir uns im (nach Schnitt eingeteilten) vorletzten Startblock wieder, abertausende Radler vor uns, die wohl nochmals schneller unterwegs sein wollten.

Die Strecke selber hat mir dann sehr gut gefallen, die Organisation war prima und das Tempo ungewohnt hoch. Bei den tausenden Radlern gab es jedoch immer wieder eine Gruppe mit der man fahren und auch mal im Windschatten ausruhen konnte. Stürze gab es bei der Menge Radler natürlich auch einige, ich bin froh – bei den oft engen Verhältnissen in den Gruppen – ohne brenzlige Situationen durchgekommen zu sein. Bei den oft hektischen Gruppenwechseln, Überholmanövern und Aufholjagden hab ich leider irgendwann Tom und Stefan auch den Augen verloren und musste mich den Rest der Strecke alleine durchschlagen.

Zu meiner Überraschung (und entgegen meiner Befürchtungen nach den letzten Offroad-Events) hatte ich während des kompletten Rennens keine Konditionsprobleme und konnte auch mal auf freier Strecke das eine oder andere Loch wieder zufahren oder mich von einer Gruppe alleine zur nächsten kämpfen. Gerade auf den letzten 20-30km, als ich merkte dass ich ohne konditionelle Probleme durchkommen würde, hat es Spaß gemacht noch mal alles raus zu holen und Tempo zu machen. Auf der Zielgeraden, der Straße des 17. Juni vorm Brandenburger Tor, gab es nochmal richtige Windschattenschlachten und man konnte sich wie ein Profi fühlen, das werde ich so schnell sicher nicht vergessen.

Team kollitax

Team kollitax

Zu dem Zahlen: Im Ziel war ich nach 3:20, was einem Schnitt von 34,86km/h entspricht, auf Platz 3411 von ca. 7500 Startern, ca. 1o Minuten vor Tom und Stefan. Für meine erste Teilnahme absolut in Ordnung. Unterm Strich war’s eine riesen Gaudi, mein niedrig gestecktes Ziel “gut durchkommen und nicht einbrechen” hab ich erreicht, Wetter war Top, die lange Anfahrt hat sich für mich absolut gelohnt.

Nach dem Rennen hab ich noch die restliche Woche zusammen mit meiner Herzdame erst in Berlin und dann noch 2 1/2 Tage in Dresden verbracht. In Dresden war Ende Juni allerdings schon Herbst, es war grau in grau, kalt und nass. Entweder hab ich mir dabei einen Zug eingefangen, oder mir hat in der Bahn einer in Genick gehustet, auf jeden Fall kam ich mit einer netten Erkältung zurück nach Karlsruhe, wo heute Mittag das Turmbergrennen (rauf auf meinen Hausberg) stattgefunden hat. Ich war heute allerdings so platt, dass ich schon schwer am schnaufen war bis ich zwei Kästen Wasser die Treppe hoch getragen hatte, wesshalb ich dieses Bergsprint-Event dieses Jahr leider auslassen musste. Sehr sehr schade, vielleicht sollte ich mir als Ersatz mal den Schauinslandkönig näher anschauen…


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